15.12.2023 – 5.5.2024

Urformen – Eiszeitkunst zum Anfassen

Ausstellung im Ständesaal im Alten Schloss

Die Eiszeitkunst mit ihren nur wenige Zentimeter großen Kleinplastiken aus Mammutelfenbein faszinieren Öffentlichkeit und Wissenschaft seit vielen Jahren.

14.402 Besucher*innen
Ausstellungsgestaltung: Gitti Scherer
Ausstellungsgrafik: Polina Maykova
Ausstellungsmalerei: Elin Doka

Die Figuren sind direkt mit der Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen von Afrika nach Europa verbunden. Sie sind rund 40.000 Jahre alt und konnten in die Hand genommen sowie aufgrund ihrer Größe überall mit hingenommen werden. Seit 2017 sind die Eiszeithöhlen auf der Schwäbischen Alb UNESCO-Welterbestätte und damit noch stärker in die Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit gerückt.

 

Aus vier der insgesamt sechs auf der Liste des universellen Erbes der Menschheit eingetragenen Höhlen stammen Kleinplastiken: Vogelherd und Hohlenstein im Lonetal und Hohle Fels und Geißenklösterle im Achtal. Mittlerweile sind rund 50 Figuren von der Schwäbischen Alb bekannt.

Der Aspekt des „In-die-Hand-Nehmens und Anfassens“ der Figuren stand im Mittelpunkt der im Ständesaal des Alten Schlosses gezeigten Ausstellung „Urformen – Eiszeitkunst zum Anfassen“. Ihre Konzeption war vor allem auf die Bedürfnisse von sehbeeinträchtigten und blinden Besucher*innen ausgerichtet. An insgesamt fünf Stationen wurde das Zwei- oder Mehr-Sinne-Prinzip mit Angeboten zum Tasten, Sehen, Hören und Riechen umgesetzt.

Raumansicht mit Ausstellungsmalerei und multisensorischen Stationen
LMW, J. Leliveldt, A. Lohmann (InC)

Als Abschluss war zudem die Wanderausstellung „Urformen – Figürliche Eiszeitkunst Europas“ der Arbeitsgemeinschaft Weltkultursprung in den Rundgang mit eingebunden. 23 in Originalmaterial und -größe rekonstruierte Figuren konnten ebenfalls fast alle berührt werden. Sie stammten aus dem gesamten Zeitabschnitt der jüngeren Altsteinzeit und aus einem Gebiet von Südfrankreich bis an den Ural.

Auf 120 m² fanden so in einem kurzweiligen Rundgang 30.000 Jahre altsteinzeitliche Kunstgeschichte Platz. Dieser ermöglichte allen Besucher*innen einen intuitiven und mit mehreren Sinnen erfahrbaren Zugang zur Eiszeitkunst. Im Anschluss war die Ausstellung zudem für fünf Monate in der neu eröffneten Archäologischen Staatssammlung in München zu sehen.

 

Autoren: Fabian Haack und Marc Kähler

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