26.4. – 5.10.2025

UFFRUR! Utopie und Widerstand im Bauernkrieg 1524/25

Ausstellung im Kloster Schussenried in Bad Schussenried

Oberschwaben gehörte zu den zentralen Schauplätzen der Aufstände während des Bauernkriegs. Mit eindrucksvollen Objekten und den Geschichten von acht Persönlichkeiten erzählte die Ausstellung von den dramatischen Ereignissen im deutschen Südwesten.

36.318 Besuchende vor Ort
Ausstellungsdesign und -grafik: jn jangled nerves

Vor 500 Jahren erhoben sich Menschen auf dem Land, aber auch in den Städten gegen die Unterdrückung durch Adel und Klerus. Sie forderten Gerechtigkeit, die Abschaffung der Leibeigenschaft, religiöse Selbstbestimmung und politische Teilhabe. Befeuert durch die Reformation und die Möglichkeiten des Buchdrucks kam es überregional zum „Uffrur“. Der Protest wurde blutig niedergeschlagen, mehr als 70.000 Menschen starben. Die Aufstände gelten als erste Massenbewegung der deutschen Geschichte.

Im Kloster Schussenried, einem Schauplatz der Ereignisse von 1525, machte die Ausstellung „UFFRUR! Utopie und Widerstand im Bauernkrieg 1524/25“ die sozialen, politischen, wirtschaftlichen und religiösen Ursachen sowie den Verlauf und die Folgen des Aufstands erlebbar. Auf 900 Quadratmetern waren rund 200 Originale zu sehen, darunter die Weißenauer Chronik, mehrere Ausgaben der berühmten „12 Artikel“ sowie Waffen, Kleidung, Gemälde und Kupferstiche.
Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Ausstellung waren lebensgroße Inszenierungen von Persönlichkeiten des Bauernkriegs. Die durch KI visualisierten Figuren berichteten aus ihrer jeweiligen Perspektive von ihren Erfahrungen, Hoffnungen und Ängsten. So gelang es, historische Komplexität mit emotionalem Storytelling zu verbinden.

LMW, J. Leliveldt, A. Lohmann (InC)

Für das Team des LMW war es eine Herausforderung, an einem externen Spielort auszustellen – was dank dem großen Engagement der Mitarbeitenden und durch die Zusammenarbeit mit Partner*innen vor Ort hervorragend gelang. Auch in der Vermittlung ging das Museum neue Wege, und zwar bei den Ausstellungs-Guides: Vom Landwirt bis zum ehemaligen Bürgermeister waren ganz unterschiedliche Berufe vertreten. Mit viel Leidenschaft, Fachwissen und starker Verbundenheit mit der Region begeisterten die Guides mehr als 400 Gruppen und trugen so wesentlich zum Erfolg der Ausstellung bei.

Autorinnen: Ingrid-Sibylle Hoffmann, Tanja Karrer & Hanna Oberhauser

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